Trembatschau Zeitzeugen

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Inhaltsverzeichnis

Erzählungen alter Trembatschauer

Einleitendes Gedicht von Else Reddemann

Maria Domogalla geb. Troska (geb. 1910), Marianne Kuropka geb. Lepski (geb. 1925) und Josef Hübscher (geb. 1928)

Rittergut

Das Rittergut von Prinz Biron umfasste 99 Güter. Da man ab einer Anzahl von 100 Gütern verpflichtet war, ein eigenes Heer zu unterhalten und dieses mit hohen Kosten verbunden war, verzichtete der Prinz darauf.
Laut Erzählungen der beiden Damen, war das Rittergut ab 1920, d.h. auch nicht in der Zeit von 1939-1945, nicht mehr in Besitz des Prinzen Biron von Curland, sondern stand unter polnischer Verwaltung.
Aus dieser Zeit stammt auch der Begriff Dominium. Einer der polnischen Verwalter zwischen 1920-1939 hieß Walczak. (geb. 1927). Herr Walczak hatte 3 Kinder, 2 davon waren Mädchen.

Schule

In der Zeit von 1916-1920 wurde in Trembatschau in der Schule deutsch unterrichtet. Lehrer waren u.a. Fräulein Jopisch, Fräulein Wenzel und der Hauptlehrer Herr Nowak.



Schweineschlachten (2 Schweine) auf einer unbekannten Pfarrei (Hauptlehrer Nowak , kath. 8. Person von rechts)Ganz links Fleischer Jokil


Nach Abschluss des Versailler Vertrages mussten die deutschen Lehrer jedoch die Schule verlassen. Frau Domogalla kann sich noch sehr gut daran erinnern, wie die Lehrerin Fräulein Wenzel von allen Kindern im Februar 1920 verabschiedet wurde. Fräulein Wenzel muss bei den Kindern sehr beliebt gewesen sein, da bei der Verabschiedung viele Tränen flossen.
Nach Ihren Erinnerungen sangen die Schüler damals folgendes Lied: "Nur zu guter Letzt, geben wir Dir jetzt, auf die Reise das Geleit..."
Nachdem die deutschen Lehrer fort waren, kamen polnische Lehrer. Einer von ihnen hieß Herr Klóska, weitere Lehrer waren Herr Starowiak, Herr Tomaschewski, Frau Wanda Szczpanska, Herr Prauczinski und Herr Machowitsch.
Frau Wanda Szczpanska und Herr Prauczinski heirateten später und zogen danach weg von Trembatschau.
Von 1920-1921 wurde in der Schule zunächst zweisprachig nämlich deutsch/polnisch unterrichtet. Danach wurde der Unterricht nur noch in polnisch abgehalten. Es bestand aber zusätzlich die Möglichkeit, die deutsche Schule in Droschkau zu besuchen. Von 1939-1945 wurde auch in Trembatschau wieder nur deutsch gelehrt.

Feuerwehr

An die Gründung der Feuerwehr haben die beiden Damen leider keinerlei Erinnerung.
Jedoch erinnern sie sich gut daran, dass die Trembatschauer Feuerwehr häufig auch zu Feuereinsätzen nach Schmograu und Kunzendorf gerufen wurde. Dies ist geschichtlich insofern sehr interessant, als dass ab Gründung des Versailler Vertrages1920 die beiden genannten Orte auf der deutschen Seite lagen, während Trembatschau zu Polen gehörte. Es gab somit länderübergreifende Hilfe.
Folgende Brände in Trembatschau sind bis heute noch bekannt:
Der Stall von Jokiel brannte 1937/38.
Die Hofscheune von Maruschka wurde 1937/38 vermutlich selbst angezündet. Die Dalbersdorfer Feuerwehr wurde zur Hilfe gerufen. Als die Dalbersdorfer eintrafen, war der Brand schon gelöscht. Die Feuerwehrleute wurden per Trompete zum Einsatz gerufen. Herr Alfons Jokiel war Gründungsmitglied der Feuerwehr Trembatschau und konnte dies berichten. Da er direkt neben der Feuerwache wohnte, hatte er die Aufgabe, die Feuerwehrleute mit der benannten Trompete zu alarmieren.


Fraglich ist, wann die Feuerwehr in Trembatschau gegründet wurde. Aus offizieller Sicht der Feuerwehr Trembatschau, wurde sie am 01. März 1931 gegründet. Im Jahr 2006 wurde duch den Bischof von Kalisch (Trembatschau gehört zum Bistum Kalisch) eine Gedenktafel eingeweiht, zur Erinnerung des 75-jährigen Jubiläums. Vieles spricht aber dafür, dass es bereits früher eine Feuerwehr in Trembatschau gab (siehe Ortsplan Haus Nr.: 36).

Gründungsurkunde der Feuerwehr Trembatschau:

Gründungsurkunde der Feuerwehr Trembatschau am 01. März 1931-Seite 1Gründungsurkunde der Feuerwehr Trembatschau am 01. März 1931-Seite 2


Budget-Bericht der Feuerwehr aus dem Jahr 1932:

Budget-Bericht der Feuerwehr

Haushaltsplan der Freiwilligen Feuerwehr im Jahr 1932 zu Trembatschau

Leseabschrift, soweit der Text noch bestimmbar ist...

Einnahmen:

48 Zloty 00 Groszy

Ausgaben

1. Leiterwagen 20 Zloty
2. Brandhaken 10 Zloty
3. Reisekosten 30 Zloty
4. Mitgliedsbeitrag für den Bezirk 6 Zloty
5. nicht lesbar 10 Zloty
6. Versicherung für die Feuerwehrleute 50 Zloty
7. Rückstellung zugunsten der Feuerwehr 120 Zloty

Zusammen:

246 zt

Trembatschau, den 27. Dezember 1931

Sekretär Schatzmeister
Jokiel, Alfons Domogalla


Herr Alfons Jokiel (1908-1990) war Schriftführer der Feuerwehr Trembatschau.


Deutsche Vereinigung (DV)

Nach der Abtretung Trembatschaus nach Polen wurde im Ort eine Deutsche Vereinigung, die DV, gegründet. Die Gründung der DV fand in der Gaststätte Bartos statt. Diese Gaststätte lag auf der Straßenseite zwischen katholischer Kirche und dem Rittergut (Dominium). Im großen Saal der Gaststätte wurden oft Liederabende der Deutschen Vereinigung veranstaltet. Es gab auch häufig Märsche durch Trembatschau, bei denen viel gesungen wurde. Ebenso wurde auch Politik in der DV diskutiert.
Da Politik aber zur damaligen Zeit leider nur "Männersache" war, können die Damen nichts genaueres dazu erzählen. Allerdings kamen auch aus umliegenden Dörfern viele Männer zu den Versammlungen, oftmals gab es auch Streit und Tätlichkeiten mit Polen vor dem Gasthof.

Erntedankfest

Jedes Jahr wurde im Herbst im Saal der Gaststätte Bartos ein Erntedankfest gefeiert. An dem insbesondere alle Kavaliere teilnahmen. Unter Kavaliere sind heute alle Singles zu verstehen!
Auch bei diesem Fest wurde viel gesungen und getanzt. Zudem gab es Bier, Schnaps, Wein und sehr viel Essen. Herr Josef Hübscher kann sich noch gut heute daran erinnern, dass es auch einen Umzug und Buden/Markt auf der Straße vor der Schule gab.
Nach dem Umzug ging es auf die Festwiese zwischen Kirche und Ortsausgang. Dort fand dann eine Verlosung und die Auszeichnung der Festwagen statt.

Evangelischer Friedhof

In Trembatschau lebten seit jeher evangelische und katholische Familien. Z. Bsp. die Familien David, Weih, Gerrach, Nütz. Auf dem Evangelischen Friedhof wuchsen Lebensbäume/Lorbeer. Aus deren Zweigen flochten die Mädchen Kränze für die katholische Kirche. Die Damen erinnern sich, dass die Tatsache, dass die Zweige von einem evangelischen Friedhof stammten, den Protest des kath. Pfarrers hervorrief. Davon ließen sie sich aber dennoch nicht abhalten.

II. Weltkrieg

Am 28.08.1939 wurden in Trembatschau Flugblätter der polnischen Regierung aufgehangen, die zur Mobilmachung aller wehrfähigen Männer aufriefen. Daraufhin flohen viele deutsche Männer aus Trembatschau über die Grenze ins Deutsche Reich. Andere Männer versteckten sich vor dem polnischen Militär.
Auf der deutschen Seite hatte sich zu diesem Zeitpunkt bereits die deutsche Wehrmacht versammelt. Am Vorabend des 01. September 1939 waren deutsche Soldaten schon in der Windmühle vom Bardehle stationiert.
Am Morgen des 01.09.1939 gegen 4:00 Uhr morgens hörte man Pferdegeräusche auf der Straße von Trembatschau. Auf Signal einer Trompete stürmten unter lauten Geschrei deutsche Soldaten aus einem Maisfeld, welches hinter dem Haus der Familie A. Jokiel lag. Da in Trembatschau keine polnischen Soldaten stationiert waren, kam es jedoch zu keiner kriegerischen Auseinandersetzung. Die nächsten Stunden verliefen ähnlich. Unzählige deutsche Soldaten auf Pferden oder LKW´s kamen durch das Dorf. Panzer wurden in Trembatschau nicht gesehen. Diese fuhren auf der Hauptstraße in Schlaupe. Die Soldaten wurden in Trembatschau von den deutschen Einwohnern euphorisch begrüßt. So lautete eine Begrüßung: "Wir haben so lange auf Euch gewartet". Viele Trembatschauer hatten sich schon im Vorfeld Deutschlandfahnen besorgt und diejenigen, die noch keine Fahne hatten, machten sich auf den Weg nach Grunwitz (Deutsches Reich), um sich ein Banner zu besorgen und die Deutschlandfahnen, wie in der damaligen Zeit üblich, an den Häusern zu befestigen. Mit dem Einmarsch der Wehrmacht veränderte sich einiges im beschaulichen Dorf Trembatschau.
Als erstes wurde in Zusammenarbeit von Soldaten und hiesigen Bauern im nahen Wald Baumstämme geholt, mit denen die erste Stromleitung durch Trembatschau gelegt wurde. Lt. J. Hübscher wurden die Stromleitungen überland mit vorgefertigten Masten gelegt und auch im Ort mit industriell gefertigten Masten die Freileitung verlegt. Die Anlage wurde 1940 freigeschaltet. Bis zum damaligen Zeitpunkt gab es nur im Rittergut einen Stromerzeuger.
Weihnachten 1939 gab es dann in fast allen Häusern von Trembatschau elektrisches Licht. Für die Bewohner eine Wohltat. Vorher gab es nur mit Öllampen. Viele Einwohner konnten die deutsche Sprache nicht mehr, auch wenn sie selbst deutscher Abstammung waren. Aus diesem Grund wurde eine Kameradschaft gegründet, in der deutsch sprechen und schreiben gelehrt wurde. Es wurde auch gesungen. Die Kameradschaft traf sich immer am Abend in der Schule. Schnell wurden in Trembatschau Unterorganisationen der NSDAP gegründet.
Richard Weih wurde Bürgermeister von Trembatschau. Seine Tochter Lotte Weih übernahm die Leitung vom BDM (Bund deutscher Mädchen). Ernst Konczok und Raimund Domogalla die Führung der HJ. In Trembatschau gab es auch bald die ersten Volksempfänger. Diese wurden mit Batterie betrieben. Diese Batterien wurde am Stromerzeuger des Rittergutes aufgeladen. Der II. Weltkrieg nahm seinen Lauf. Und auch die wehrfähigen Männer von Trembatschau wurde nacheinander zur Wehrmacht eingezogen.

Bild:Musterung.jpg


Dieses Foto wurde 1942 in Treuweiler aufgenommen. Es zeigt junge Männer auf dem Weg zur Musterung. 1 Person von rechts: Alfons Jokiel, die anderen Personen sind nicht bekannt.


So kam bald der erste Brief, dass ein Trembatschauer gefallen sei. Sein Name war Josef Pietrus. Diese traurigen Nachrichten wurden immer vom Briefträger (Alois Diethelm) überbracht. Obwohl der Leichnam in der Regel nicht zurück kam, wurde dennoch eine Totenmesse in der katholischen Kirche zelebriert. Hierzu wurde ein offener/leerer Sarg in der Kirche aufgestellt. War der Gefallene noch Kavalier (Single) zogen sich die Mädchen vom BDM weiße Sachen an und bastelten Kränze.
Laut Aufzählungen von Frau Marianne Kuropka fielen im II. Weltkrieg 75 Kavaliere. Nach Zählungen von J. Hübscher waren es weniger als 20 Gefallene. Diese Zahl lässt sich heute leider nicht mehr genau feststellen. An einem Samstag, Ende Juli 1942, fielen auch die Glocken der Katholischen Kirche dem Krieg zum Opfer und mussten abgenommen werden. Sie wurden dafür benötigt, um neue Kanonen für die Armee zu bauen. Um durch die Zwischendecke zu den Glocken zu gelangen, mussten zunächst die Balken ausgesägt werden. Unter großen Geleit der Pfarrgemeinde wurden die Glocken per Flaschenzug vom Turm heruntergebracht. Die Traurigkeit bei den Trembatschauern war sehr groß. Durch Trembatschau kamen viele Flüchtlingstrecks. Die Flüchtlinge wurden in der Gaststätte Weiss empfangen und die Mitglieder vom BDM bedienten sie mit dem, was es in Trembatschau noch gab.
Einmal kam auch ein solcher Flüchtlingstreck mit Baltikumsdeutschen. Es war schon Winter, überall lag Schnee. Auf einem Pferdewagen saß eine Frau mit einem Baby. Als die Mutter dieses Kindes merkte, dass es tot war, wollte sie es wegwerfen. Doch Lotte Weiss ordnete den Mädchen vom BDM an, dass diese das Baby auf dem evangelischen Friedhof in Trembatschau begraben sollten. Die jungen Damen brachte den toten Säugling auf den Friedhof, doch sie konnten ihn nicht vergraben, da der Boden gefroren war. Darum legten sie das Baby unter den Schnee. Als der Frühling kam, wurde das Baby würdevoll beerdigt.
Der II. WK neigte sich seinem Ende. Die Rote Armee war im Anmarsch. Daraufhin flohen die evangelischen (zum Teil auch katholischen) Familien aus Trembatschau. Gastwirt und Bürgermeister Weiss war der erste Flüchtling aus Trembatschau. Er floh nachts mit einem Auto der Wehrmacht.
Die restlichen Einwohner von Trembatschau hatten auch schon die Sachen gepackt., Als der Vater von Marianne Kuropka fragte, ob sie auf der unsicheren Flucht oder lieber in ihrem eigenen Dorf sterben wollten, ließen viele aber davon ab. Vor Trembatschau mussten Zwangsarbeiter Panzer- und Schützengraben ausheben. Die Panzergraben waren bestimmt 5 m breit, während die Schützengräben sehr schmal waren. Die Zwangsarbeiter wurden auch „die Warschauer“ genannt. Sie lebten in einer Baracke, die bewacht wurde. Diese Baracke war in der Nähe der alten Feuerwache. Nach Aussage von Herrn Hübscher wohnten die Zwangsarbeiter im Getreidesilo des Birongutes.
Auf dem Rückzug der deutschen Wehrmacht kamen keine Einheiten durch Trembatschau, nur vereinzelte Soldaten. Es gab in Trembatschau auch noch vereinzelte Verbände vom Volkssturm. Diese hatten sich mit Panzerfäusten in den Gräben vor den Häusern verschanzt. Auf Drängen der Trembatschauer verließen sie aber ihre Verstecke und flohen. Die Bewohner von Trembatschau befürchteten, dass bei den unsinnigen Kämpfen ihre Häuser beschädigt werden könnten. Dann kam der 21.01.1945, die Rote Armee lag vor Trembatschau. Die deutschen Soldaten die noch dort waren, versteckten sich in den Bauernhöfen und Scheunen.
Auf dem Hof der Eltern von M. Kuropka war auch ein junger deutscher Soldat. Er saß in einer Grube auf dem Hof. Der Vater von Marianne Kuropka wollte ihm Zivilkleidung geben, um ihn vor den russischen Soldaten zu schützen. Diese Angebot wollte der dt. Soldat auch annehmen. Vorher wollte er nur auf der anderen Straßenseite sehen, wie weit die russische Armee noch entfernt ist. Dies tat er auch. Plötzlich rannte er aber wieder zurück zum Haus von M. Kuropka. Hinter ihm russische Infanterie. Auf der Straße wurde der deutsche Soldat dann erschossen.

Erzählungen von Hans und Florentine Glowik (beide geboren in Trembatschau)

Einmarsch der Roten Armee in Trembatschau


Im Januar 1945 rückte die Rote Armee mit großen Schritten in Schlesien vor. Auch im Dorf Trembatschau bereitete man sich auf das Eintreffen der russischen Armee vor.

Es wurde ein großer Panzergraben entlang des Dorfes gezogen. Dieser Panzergraben befand sich auf der linken Straßenseite, wenn man die Straße von Schmograu aus nach Trembatschau (damals Treuweiler) hineinfährt. Ungefähr 1.000 m hinter den Häusern.

Der Panzergraben wurde von Einwohnern von Treuweiler und Gefangenen, die aus Warschau stammen, gegraben. Teilweise wurde der Boden von Angehörigen der Wehrmacht aufgesprengt, da die Erde zugefroren war.

Da bereits alle wehrfähigen Männer von Treuweiler sich im Militärdienst befanden, wurden die übrig geblieben Männer zum Volkssturm eingezogen. Diese Volksstum-Männer sowie Soldaten der Wehrmacht wurden im besagten Panzergraben stationiert.

Die Einwohner von Treuweiler selbst, steckten Federbetten in die Fenster, um möglicherweise Schüsse abzufangen.

Alle Reichsdeutschen verließen kurz vor Eintreffen der Roten Armee Treuweiler. Unter ihnen der Bürgermeister Weiss mit seiner Familie.

Im Januar 1945 kam dann die Rote Armee. In Treuweiler fielen vereinzelte Schüsse. Es brannte aber kein Haus.

Wie lang die Kampfhandlungen dauerten, ist nicht mehr bekannt.

Die Familie von Florentine Glowik (geborene Domogalla) wartete gemeinsam im Hof ihrer Eltern Leo und Monika Domogalla auf die russischen Soldaten, die auch schon bald erschienen.

Sie durchsuchten das Haus nach Waffen. Außerdem verlangten sie nach Essen. Im Hof wurde ein Maschinengewehr aufgestellt, da es immer noch zu Schießereien zwischen den verfeindeten Soldaten kam.

Nach einiger Zeit ergaben sich die deutschen Soldaten. Dies signalisieren sie durch schwingen einer weißen Fahne, aus dem Panzergraben. Es waren 11-12 Soldaten.

Als die Soldaten den Panzergraben verlassen hatten, wurde sie durch das benannte Maschinengewehr erschossen.

Die Leichen wurden mit dem Pferdewagen des Hofes Domogalla von den Zwangsarbeitern eingesammelt. Das Blut konnte man noch lange Zeit auf dem Wagen sehen.

Wie bereits beschrieben, war der Boden festgefroren. Somit konnte man die Soldaten nicht begraben. Also ließ man sie bis März einfach liegen. Die Stelle ist leider nicht mehr bekannt.

Im März wurden die toten deutschen Soldaten, dann auf dem städtischen Friedhof von Treuweiler begraben.

Nach dem Einrücken der russischen Armee kam es auch zu Vergewaltigungen in Treuweiler. Alle jungen Mädchen versteckten sich in den Scheunen. Wieder andere Frauen zogen sich alte Klamotten an und beschmutzten ihr Gesicht mit Rost, Öl und Dreck, damit sie nicht attraktiv aussahen.

In Treuweiler gab es auch eine Brennerei. Die Soldaten der Roten Armee waren dem Alkohol nicht abgeneigt. Durch übermässigen Alkoholkonsum wurden die Soldaten sehr gefährlich. Es wurde blind umhergeschossen, Frauen wurden zu Freiwild.

Eines Tages kam es wieder zu einer gefährlichen Situation. Ein russischer Offizier vernichtete darauf den Spiritus. Er erschoss sogar einige Soldaten seiner eigenen Armee, damit wieder Ruhe in Treuweiler einkehrt!

Während seiner Abwesenheit war der Pfarrer von Schmograu für Treuweiler zuständig.

Dann kam die Vertreibung der deutschen Einwohner, die auf der Liste standen. Die Vertreibung fand statt vom 13. – 17.07.1945.

Alle Bewohner der Häuser mussten innerhalb von 15 Minuten ihr Haus verlassen. Sie durften nur soviel mitnehmen, wie auf einen Karren passten. Kinder bis zum 3. Lebensjahr, durften auf einen Wagen mitfahren. Die restlichen Personen mussten Zufuß gehen.

Viele der Vertriebenen sahen ihr Heimatdorf Trembatschau von diesem Augenblick nicht mehr.

von Tomasz Kruszelicki (Bewohner aus Trebaczow) zusammengetragene Begebenheiten

Um die Jahrhundertwende gab es in Trembatschau ein Elektrizitätswerk, eine Mühle mit elektrischen Antrieb und eine große Schnapsbrennerei.
Um die Jahrhundertwende wurde eine Krankenstation unter der Leitung der Klosterschwestern (Orden Boromäus) errichtet. Als Spender ist Pfarrer Giemza erwähnt. In dieser Krankenstation konnten 5 Kranke versorgt werden. Die Krankenstation wurde durch Spenden der Trembatschauer unterstützt.
Nebenbei haben die Klosterschwestern einen Kindergarten unterhalten.
Im Jahr 1906 wurde ein evangelischer Friedhof mit einer Kapelle errichtet.
Die größte Landwirtschaft in Trembatschau (Gut) gehörte dem Prinzen Biron von Curland aus Groß-Wartenberg. Er war bis zum Ende des II. Weltkriegs Besitzer dieses Gutes. Zum Gut gehörten 775 ha davon 200 ha Ackerbau. Im Jahr 1900 wurde das Herrenhaus gebaut.
Trembatschau war im I. Weltkrieg von Kriegshandlungen verschont worden.
Nach dem I . WK lebten in Trembatschau deutsche und polnische Bürger.
Bis zum Jahr 1920 gehörte der Ort Trembatschau zum Kreis Groß-Wartenberg, Bezirk Breslau.
Am 10.01.1920 trat der Versailler Vertrag in Kraft. Trembatschau wurde gebietsmäßig Polen.
Hinter Trembatschau, Richtung Grunwitz wurde die deutsch-polnische Grenze mit Station in Trembatschau errichtet.
Die deutschen Einwohner, die nicht mehr in Trembatschau bleiben wollten, wurden von den Landräten Detlev von Reinersdorf (Groß Wartenberg) und Ponczenski feierlich verabschiedet.
Nach 1920 gehört Trembatschau zum Kreis Kempen, Regierungsbezirk Posen.
Zu dieser Zeit hat Trembatschau eine Post mit Telegrafenstation und ein eigenes Standesamt.
1923 Gründung des polnischen Landwirtschaftsverein sowie des Turn- und Gesangvereins. Gleichzeitig Gründung der Deutschen Partei DV. Viele Mitglieder der DV traten wenige Tage vor Ausbruch des II. Weltkriegs der deutschen Wehrmacht bei.
Im Jahr 1928 hat Trembatschau 1430 Einwohner, davon 30 Personen evangelischer Konfession.
1929 wurde die Feuerwehr Trembatschau gegründet.
Am 01.09.1939, gegen 04:45 Uhr marschierte die deutschte Wehrmacht in Trembatschau ein. Sie wurde begeistert mit deutschen Fahnen und Standarten sowie Hitler-Bildern von den deutschen Trembatschauern begrüßt.
Die polnischen Fahnen und Denkmälern mit dem polnischen Adler wurden niedergerissen, polnische Bücher und Bilder der polnischen Führung wurden verbrannt.
Deutsche Fahnen wurden in Trembatschau gehisst.
3 polnische Familien wurden während des II. Weltkriegs deportiert. Die Namen der Familien waren: Dominik, Boyk, Wozwak. Die Grenzstation wurde Polizeistation. Der Leiter der Polizei hieß Wilhelm Bayer. Bürgermeister war Richard Weiss.
In der Schule wurde nur noch deutsch unterrichtet.
Im letzten Jahr wurde die Schule als Lagerstätte genutzt. Der Unterricht fand in Gaststätten und Privatwohnungen statt. Die Stühle mussten die Schüler selbst mitbringen.
Zum Ende des Krieges wurden in Trembatschau polnische Kriegsgefangene eingesetzt. Sie arbeiteten auf dem Gut von Prinz Biron von Curland. Außerdem mussten sie Panzergräben ausheben.
Am Sonntag, 21.01.1945 marschierte die Rote Armee in Trembatschau ein.
Nach dem II. Weltkrieg wurden ein paar alte deutsche als auch polnische Ansichtskarten gefunden.

Paul Jokiel, Gemeindevorsteher von Trembatschau

von Michael Wiesenhöfer

Paul Jokiel (*24.03.1873) und auch seine Frau Kristina geb. Orschulok (*11.12.1878) sind in Trembatschau geboren und am 17.05.1897, einem Montag, läuteten die Hochzeitsglocken.

Foto von Paul Jokiel (Lebenszeit: 1873-1939)
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Foto von Paul Jokiel (Lebenszeit: 1873-1939)

Kristina und Paul müssen sich von Kindheit an gekannt haben, denn wer schon einmal in Trembatschau war, weiß ganz genau, dass es dort nur eine lange Straße mit rechts und links weit von einander liegenden Häusern gibt. Ortsmittelpunkt ist die katholische Kirche.

2 Jahre vor der Hochzeit von Paul und Kristina, zog die Erwählte mit 17 Jahren bereits auf den Hof von Paul, weil Pauls Mutter früh gestorben war.

Aus dieser Ehe stammten 12 Kinder.

Während des I. Weltkrieges wurde Paul Jokiel Soldat bei den Olanen des berittenen Militärs.

Nach dem Versailler Vertrag wurde Trembatschau vom Deutschen Reich abgetrennt und unter polnische Verwaltung gestellt. Dies war im Jahr 1920 (siehe Geschichte hierzu oben).

In dieser sicherlich schwierigen Zeit für Trembatschau wurde Paul Jokiel Ortsvorsteher. Dieses Amt hatte er von 1920-1928 inne.

  Auszug aus einem Zeugnis von Alfons Jokiel. Bei Paul Jokiel steht bei Beruf u.a. Gemeindevorstehter Dies ist ein Ausschnitt aus dem Zeugnis von Alfons Jokiel (Sohn von Paul Jokiel). Dort kann man unter Beruf "Gemeindevorsteher" lesen.

Seine Wahl lässt auch darauf schließen, dass in dieser Zeit die meisten Einwohner von Trembatschau deutscher Abstammung waren.

Jokiel´s gab es in Trembatschau sehr viele. Deshalb hatte jede Jokiel-Familie einen Beinamen. Der Beinamen von Paul´s Familie war Kasper.

Paul Jokiel war Landwirt. Bei der alljährlichen Drescharbeit flog ein Weizenkorn in sein Auge. Daraufhin verlor er dieses Auge. Es kam aber noch schlimmer. Dieses Korn konnte damals nicht entfernt werden. So wanderte das besagte Korn in den Kopf von Paul. Er wurde schwer krank.

Am 19.12.1939 starb Paul Jokiel schließlich in Trembatschau.

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