Kreis Groß Wartenberg
Legende und Geschichte von Trembatschau/Treuweiler - Druckversion

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Legende und Geschichte von Trembatschau/Treuweiler - Michael - 30.10.2006 08:03

Von meinem Bekannten aus Trembatschau, Thomas K., wurde mir die Legende u. Geschichte von Trembatschau / Treuweiler per CD zugeschickt. Nach langer Arbeit, konnte diese nun in die deutsche Sprache übersetzt werden.

Mein Bitte nun an die Benutzer dieses (tollen) Forums, bitte einmal drüber zu sehen und mir ggf. Änderungen mitzuteilen, bevor die Legende u. Geschichte von Trembatschau / Treuweiler auf die Homepage gestellt wird.

Vielen herzlichen Dank im voraus!

Michael



Die Legende und Geschichte von Trembatschau
zusammenstellt von Tomasz K.




Siehe unten (neu reinestellt)

Michael


RE: Legende und Geschichte von Trembatschau/Treuweiler - Reinhard - 30.10.2006 09:11

Hallo Michael,

super, damit haben wir die Grundlage. Es ist genügend Raum für Ergänzungen und somit sehr interessantes Forschungsgebiet.
Die Aufnahme in die Trembatschauer Seite sollte in Themen erfolgen:
1. Geschichte
1.1. Sage
1.2. politische Gliederung
1.3. Menschen
1.3.1. Bewohner
1.3.2. Kirchen
1.3.3. Schulen
1.4. Sehenswürdigkeiten/Technik

Quellenangaben sollten alle Niederschriften enthalten.

In der Sage ist vor Veröffentlichung noch zu präzisieren:
Entweder starb der Drache oder flüchtete er.
Lt. der Perschauer Sage, ...Die Quecke war in der damaligen Zeit als ein Erddrache wahrgenommen."

Liebe Grüße Reinhard


RE: Legende und Geschichte von Trembatschau/Treuweiler - Reinhard - 30.10.2006 09:38

Hallo Michael,

bitte prüfen:

... die Menschen aus Koza Wielka (polnischer Name, deutscher Name leider unbekannt)
German Name Gross Cosel
Today's Name Koza Wielka
Kreis/County Gross Wartenberg
German Province Schlesien
Today's Province Dolnoslaskie
Location East 17°45' North 51°17'
Location Description This village/town is located 2.5 km and 250 degrees from Schlaupe, which is known today as Slupa Podbralinem
Lutheran Parish D


LG Reinhard


RE: Legende und Geschichte von Trembatschau/Treuweiler - Michael - 30.10.2006 12:08

Koza Wielka (polnischer Name, deutscher Name: Groß Kosel)

Wurde geändert. Danke!

VG

Michael


RE: Legende und Geschichte von Trembatschau/Treuweiler - Michael - 30.10.2006 12:12

Das mit dem Drachen haben wir so übersetzt.

Ich werde die ganze Sache so verarbeiten, wie Du geschrieben hast.

Werde damit aber warten, bis neue Änderungen da sind.

Habe dsbzgl. auch die Namslauer Heimatfreunde kontaktiert.

Michael


RE: Legende und Geschichte von Trembatschau/Treuweiler - Michael - 30.10.2006 13:53

Neue Erkenntnisse:

Gęsia Górka (polnischer Name, deutscher Name: Gänseberg)


RE: Legende und Geschichte von Trembatschau/Treuweiler - Michael - 30.10.2006 14:01

Hallo zusammen,

hier ist eine überarbeitete Form, der bereits gelöschten Form (gutes deutsch....).

Bitte Änderungen an mich!


Geschichte von Trembatschau
zusammenstellt von Tomasz K.


Legende von Trembatschau

In der Gegend von Trembatschau wird eine Legende erzählt, wie das Christentum den Weg dorthin gefunden hat und die Götzen besiegt wurden.

Vor 1000 Jahren lebten in dieser Region nur Heiden, die an die Götter glaubten. Diese wilden Götter wurden auf Säulen gemeißelt. Säulen heißen auf polnisch Słupi. So entstand der Ortsname von Schlaupe (polnisch: Słupi).

Der Satan herrschte über die Menschen. Diese Herrschaft wurde von einem Drachen kontrolliert. Drachen heißt auf polnisch Smòg und daraus entwickelte sich auch der Namen von Schmograu (polnisch: Smogorzòw).

Der Drache verfolgte die Menschen und machte die Gegend unsicher.

Dieser Drache brüllte so laut, dass die Leute taub wurden. Daraus entstand der Ort Glausche - polnisch: Głuszyna.

Außerdem hatte der Drache ständig Hunger und die Bewohner aus Sbitschin (polnisch: Zbyczyna) brachten ihm als Futter Bullen (polnisch: Byk). Die Bürger aus Türkwitz (polnisch: Turki) brachten Truthähne und die Menschen aus Koza Wielka (polnischer Name, deutscher Name: Groß Kosel) opferten fette Ziegen. Gänse wurden von den Einwohnern von Gęsia Górka (polnischer Name, deutscher Name: Gänseberg) gebracht.

Doch das ganze Essen reichte dem Drachen nicht. Er hatte noch einen viel größeren Hunger. So kam eine große Hungersnot über das Land weil die Nahrung für die Menschen fehlte.

Da kamen die Leute auf die Idee, den Drachen mit giftigen Quecken (polnisch: Perz) zu füttern. Daher kommt der Ortsname Perschau (polnisch: Perzów).

Diese Quecken wurden in Säcken (polnisch: Miechy) versteckt. So entstand der Name von Mechau (polnisch: Miechowice).

Der Drache fraß sehr viele giftige Quecken. Als er alle Quecken gefressen hatte, starb er.

Von Schmograu wurde die freudige Nachricht über den Tod der Bestie zum Nachbarort überbracht.

Daraufhin bliesen die Einwohner von Trembatschau auf Trompeten (polnisch: Trąmba) in alle Himmelsrichtungen. So kam der Ort Trembatschau (polnisch: Trembaczow) zu seinem Namen.

Damit hatte der Satan keine Macht mehr über die Gegend und verließ sie daraufhin. In den Orten herrschte von nun an Gottes Friede (Ortsname von Domsel - polnisch: Domasłòw) und Gottes Wort.

Alle Menschen aus der Region wurden nun gläubig und priesen Gott und die Gottesmutter Maria.



Die Geschichte von Trembatschau

Trembatschau, schlesischer Ort.

Erste Erwähnung 1232.

Nicht weit entfernt von Trembatschau fließt der Fluss "Schwarze Weide (polnisch: Czarna Widawa).

Die höchste Erhebung von Trembatschau ist 180,2 m hoch und heißt auf polnisch Lisia Gòra.

2 km vom Ort entfernt befindet sich ein Wald. In diesem Wald steht ein Försterhaus names "Kuropka". Der Wald stand unter der Verwaltung der Forstwirtschaft Groß Wartenberg.


Der Name von Trembatschau wurde mehrfach geändert:

1350 - Tramaczów

1378 - Trambicz

In der Zeit der Polenteilung 1772 - Trembatschau

Ab 1920 stand der Ort unter polnischer Verwaltung - Trebaczow

1939-1945 - Treuweiler

Ab 1945 (Ende des II. Weltkriegs) wieder Trebaczow


Eigentum von Trembatschau:

1232 - Bischof von Breslau

1448 - Eigentum der Brüder Bernhard Konrad und Paul Pretwiczow aus Gawron

1465 - Georg Korn aus Gawron


Schule in Trembatschau

Die erste Schule wurde im IV. Jahrhundert im deutschen Buch des Autors Frank erwähnt. Demnach existierte nur 1 Klassenraum und es gab nur 1 Lehrer.

1840 - Bau einer neuen Schule (Fundator -Sponsor- war die katholische Kirche)

1857 - nach Baufälligkeit renoviert und erweitert auf 4 Klassenräume und 4 Räume für die Lehrer.

Um die Jahrhundertwende wurde ein Schulleiter names Ludwig Nowak erwähnt. Er unterrichtete 40 Jahre.

1920 - Nach dem I. Weltkrieg wird in der Schule polnisch unterrichtet. Die Schule ist damals 3-klassig. Direktor ist Herr Dziewonski.

1924 - Schule wird 4-klassig

1928 - 7-klassig. Die Lehrer heißen Herr Stachowiak, HerrTlok, Frau Wolaninówna, Frau Ziótkowska.


Es wird in Trembatschau eine 2. (evangelische) Schule gebaut von 1792-1794.

Die Chronik von Trembatschau ist im II. Weltkrieg vernichtet worden. Daher gibt es zu den genannten Punkten leider keine genauen Angaben mehr.


In den Jahren 1880-1918 wurde die Chronik vom Lehrer Ludwig Nowak in deutscher Sprache geschrieben.

Von 1918-1939 von den Lehrern in polnischer Sprache verfasst.


Nach dem II. Weltkrieg wurden ein paar alte deutsche als auch polnische Ansichtskarten gefunden.


Um die Jahrhundertwende wurde eine Krankenstation unter der Leitung der Klosterschwestern (Orden Boromäus) errichtet. Als Spender ist Pfarrer Giemza erwähnt. In dieser Krankenstation konnten 5 Kranke versorgt werden. Die Krankenstation wurde durch Spenden der Trembatschauer unterstützt.

Nebenbei haben die Klosterschwestern einen Kindergarten unterhalten.

Im Jahr 1906 wurde ein evangelischer Friedhof mit einer Kapelle errichtet.

Die größte Landwirtschaft in Trembatschau (Gut) gehörte dem Prinzen Biron von Curland aus Groß-Wartenberg. Er war bis zum Ende des II. Weltkriegs Besitzer dieses Gutes. Zum Gut gehörten 775 ha davon 200 ha Ackerbau. Im Jahr 1900 wurde das Herrenhaus gebaut.

Bis zum Jahr 1920 gehörte der Ort Trembatschau zum Kreis Groß-Wartenberg, Bezirk Breslau.

Nach 1920 gehört Trembatschau zum Kreis Kempen, Regierungsbezirk Posen.

Zu dieser Zeit hat Trembatschau eine Post mit Telegrafenstation und ein eigenes Standesamt.

Trembatschau war im I. Weltkrieg von Kriegshandlungen verschont worden.

Nach dem I . WK lebten in Trembatschau deutsche und polnische Bürger.

Am 10.01.1920 trat der Versailler Vertrag in Kraft. Trembatschau wurde gebietsmäßig Polen.

Hinter Trembatschau, Richtung Grunwitz wurde die deutsch-polnische Grenze mit Station in Trembatschau errichtet.

Die deutschen Einwohner, die nicht mehr in Trembatschau bleiben wollten, wurden von den Landräten Detlev von Reinersdorf (Groß Wartenberg) und Ponczenski feierlich verabschiedet.

Um die Jahrhundertwende gab es in Trembatschau ein Elektrizitätswerk, eine Mühle mit elektrischen Antrieb und eine große Schnapsbrennerei.

Im Jahr 1928 hat Trembatschau 1430 Einwohner, davon 30 Personen evangelischer Konfession.

1923 Gründung des polnischen Landwirtschaftsverein sowie des Turn- und Gesangvereins

Gleichzeitig Gründung der Deutschen Partei DV. Viele Mitglieder der DV traten wenige Tage vor Ausbruch des II. Weltkriegs der deutschen Wehrmacht bei.

1929 wurde die Feuerwehr Trembatschau gegründet.

Am 01.09.1939, gegen 04:45 Uhr marschierte die deutschte Wehrmacht in Trembatschau ein. Sie wurde begeistert mit deutschen Fahnen und Standarten sowie Hitler-Bildern von den deutschen Trembatschauern begrüßt.

Die polnischen Fahnen und Denkmälern mit dem polnischen Adler wurden niedergerissen, polnische Bücher und Bilder der polnischen Führung wurden verbrannt.

Deutsche Fahnen wurden in Trembatschau gehisst.

3 polnische Familien wurden während des II. Weltkriegs deportiert. Die Namen der Familien waren: Dominik, Boyk, Wozwak.

Die Grenzstation wurde Polizeistation. Der Leiter der Polizei hieß Wilhelm Bayer.

Bürgermeister war Richard Weiss.

In der Schule wurde nur noch deutsch unterrichtet.

Im letzten Jahr wurde die Schule als Lagerstätte genutzt. Der Unterricht fand in Gaststätten und Privatwohnungen statt. Die Stühle mussten die Schüler selbst mitbringen.

Zum Ende des Krieges wurden in Trembatschau polnische Kriegsgefangene eingesetzt. Sie arbeiteten auf dem Gut von Prinz Biron von Curland. Außerdem mussten sie Panzergräben ausheben.

Am Sonntag, 21.01.1945 marschierte die Rote Armee in Trembatschau ein.


RE: Legende und Geschichte von Trembatschau/Treuweiler - Reinhard - 30.10.2006 14:35

"Die größte Landwirtschaft in Trembatschau (Gut) gehörte dem Prinzen Biron von Curland aus Groß-Wartenberg. Er war bis zum Ende des II. Weltkriegs Besitzer dieses Gutes. Zum Gut gehörten 775 ha davon 200 ha Ackerbau. Im Jahr 1900 wurde das Herrenhaus gebaut."

Nach meinen bisherigen Erkenntnissen war das Gut von Januar 1920 - September 1939 polnisches Eigentum.

Grüße von Reinhard


RE: Legende und Geschichte von Trembatschau/Treuweiler - Reinhard - 30.10.2006 15:27

"Zum Ende des Krieges wurden in Trembatschau polnische Kriegsgefangene eingesetzt. Sie arbeiteten auf dem Gut von Prinz Biron von Curland. Außerdem mussten sie Panzergräben ausheben."

Politik hat hier nichts zu suchen, auch nicht Ansatzweise, ansonsten müssten wir alle Beteiligten zu Wort kommen lassen.

Gruß Reinhard


RE: Legende und Geschichte von Trembatschau/Treuweiler - Michael - 31.10.2006 07:19

Hallo Reinhard,

wie gesagt, wir haben den Text "nur" übersetzt. Woher stammen Deine Erkenntnisse zum Thema Gut unter polnischer Verwaltung?

In dem Bericht vom Thomas wird ausdrücklich daraufhingewiesen, dass das Gut auch während der Zeit 1920-1939 Biron von Curland gehörte.

VG

Michael